Glossar

Kurz erklärt: die wichtigsten Begriffe aus unseren Sicherheitsberichten — ohne Fachchinesisch.

Schwachstelle (Vulnerability)

Ein Fehler oder eine Schwäche in einer Software, einem Gerät oder einer Konfiguration, die Angreifer ausnutzen können. Man kann sich das wie ein defektes Türschloss vorstellen: Solange niemand davon weiss, fällt es nicht auf. Wer es aber findet, kommt leichter hinein.

CVE

Steht für Common Vulnerabilities and Exposures. Das ist eine eindeutige «Aktennummer» für eine einzelne Schwachstelle, zum Beispiel CVE-2026-12345. Weil weltweit dieselbe Nummer verwendet wird, sprechen Hersteller, Behörden und Sicherheitsdienste alle über genau dieselbe Sache.

CVSS

Steht für Common Vulnerability Scoring System. Ein Punktwert von 0 bis 10, der angibt, wie schwerwiegend eine Schwachstelle technisch ist. Grob: 0–3,9 = niedrig, 4–6,9 = mittel, 7–8,9 = hoch, 9–10 = kritisch. Der Wert sagt, wie gefährlich eine Lücke im Prinzip ist, aber noch nicht, ob sie tatsächlich angegriffen wird.

EPSS

Steht für Exploit Prediction Scoring System. Während CVSS beschreibt, wie schlimm eine Lücke theoretisch ist, schätzt EPSS die Wahrscheinlichkeit, dass sie in den nächsten 30 Tagen tatsächlich ausgenutzt wird, angegeben in Prozent. So lassen sich aus sehr vielen Schwachstellen die wenigen herausfiltern, die man zuerst schliessen sollte.

KEV

Steht für Known Exploited Vulnerabilities: eine Liste der US-Behörde CISA mit Schwachstellen, die nachweislich bereits aktiv ausgenutzt werden. Steht eine Lücke auf dieser Liste, ist die Gefahr nicht mehr theoretisch. Solche Meldungen behandeln wir mit besonderer Dringlichkeit.

Patch

Ein Update, mit dem der Hersteller eine Schwachstelle schliesst, sozusagen ein «Flicken» für das defekte Türschloss. Das Einspielen von Patches ist die wichtigste und wirksamste Einzelmassnahme, um sich zu schützen.

Patch Tuesday

Der feste monatliche Termin, an dem Microsoft seine Sicherheitsupdates veröffentlicht: der zweite Dienstag jedes Monats. Viele andere Hersteller veröffentlichen ihre Updates am selben Tag. Wir fassen jeden Patch Tuesday zusammen und zeigen, welche Updates für KMU wirklich dringend sind.

Zero-Day

Eine Schwachstelle, die Angreifer ausnutzen, bevor der Hersteller davon weiss oder einen Patch bereitstellen konnte. Der Name kommt daher, dass dem Hersteller «null Tage» blieben, um zu reagieren. Zero-Days sind besonders heikel, weil es zum Zeitpunkt des Angriffs noch keine reguläre Lösung gibt.

Exploit

Das konkrete Werkzeug oder die Anleitung, mit der eine Schwachstelle tatsächlich ausgenutzt wird. Die Schwachstelle ist die offene Tür, der Exploit ist die Anleitung, wie man hindurchgeht. Sobald ein Exploit öffentlich kursiert, steigt die Gefahr deutlich.

IOC

Steht für Indicator of Compromise: ein technischer «Fingerabdruck» eines Angriffs, etwa eine IP-Adresse oder ein Netzbereich, über den Angriffe laufen. Wichtig: Ein IOC beschreibt die Infrastruktur eines Angriffs (den technischen Weg), nicht die Täterschaft (wer dahintersteckt). Angreifer nutzen fast immer fremde, gekaperte Systeme. Eine IP-Adresse verrät also, woher der Verkehr kommt, nicht wer verantwortlich ist.

BACS

Das Bundesamt für Cybersicherheit ist die zentrale Fachstelle des Bundes für Cybersicherheit (früher Nationales Zentrum für Cybersicherheit, NCSC). Es nimmt Meldungen zu Cybervorfällen entgegen, warnt vor aktuellen Bedrohungen und veröffentlicht regelmässig Lageinformationen für die Schweiz. Wer von einem Cyberangriff betroffen ist, kann ihn dem BACS melden.